Mein Buch wird ein Jahr alt! Ich freu mich so!!! 😁 Deshalb will ich etwas zurĂŒckgeben und spende von allen BuchverkĂ€ufen im August mein Autorenhonorar an die Kinder-Krebs-Hilfe.

Das geht folgendermaßen:

  1. Kaufe im August (1.8. bis 30.8.2020) ein Exemplar von Als ich dem Tod in die Eier trat oder gleich mehrere zum Verschenken! 😉 
  2. Hebe die Rechnung oder den Kassenbon gut auf und sende mir ein Foto als Facebook-, Instagram– oder Twitter-Beitrag.
  3. Wenn du Social Media nicht nutzt, schicke mir das Foto einfach als E-Mail an buch (at) alexandergreiner (dot) com.
  4. Wichtig: Ort und Name der Buchhandlung, Kaufdatum, Buchtitel und Anzahl der gekauften Exemplare mĂŒssen auf dem Foto erkennbar sein.
  5. Sag es weiter! 😊 

FĂŒr jedes bei mir gemeldete Buch spende ich die entsprechenden Tantiemen an die Österreichische Kinder-Krebs-Hilfe – und verdopple die Spende fĂŒr alle BĂŒcher, die am 21.8., dem Erscheinungsdatum gekauft werden.

Ich wĂŒnsche euch einen wundervollen restlichen Sommer und freue mich schon auf zahlreich zugesendete Kassenbons! 😉 

Liebe GrĂŒĂŸe,
Alexander

PS: Bitte bleibt gesund und passt auf euch auf!

Zwei frisch gedruckte BĂŒcher mit Hardcover oder ein ĂŒberformatiger Bildband ĂŒber die norwegische SchroffkĂŒste, eine NĂ€chtigung im Doppelzimmer am Neusiedler See (die zweite Person nicht eingerechnet), eine Tasche voll GemĂŒse und KĂ€se vom Bioladen ums Eck, ein fancy-schmancy (aber nicht zu exklusives) Abendessen oder zwei Business Lunches in der Innenstadt, sechs DVDs aktueller Filme oder neun Streams vom VOD-Club, oder eine Hodenentfernung, alles fĂŒr jeweils 46,96 Euro erhĂ€ltlich.

Die geht ĂŒbrigens Ă€hnlich schnell wie ein Einkauf dieser schönen Dinge. Also fĂŒr mich jedenfalls. Damals, vor fĂŒnf Jahren. Genau heute ist es nĂ€mlich ein halbes Jahrzehnt her, dass mein rechter Hoden wegen einer „hypodensen Raumforderung“, also einem Tumor, Hodenkrebs, herausgeschnitten wurde. Sonntagabend grĂ¶ĂŸerer Hoden getastet, MontagfrĂŒh zum Urologen, von dem die Zuweisung zum Ultraschall bekommen, von denen ins Spital geschickt und dort fast nicht mehr heimgelassen worden.

Skizziere dich in fĂŒnf Jahren

Monate zuvor fragte mein Psychotherapeut: „Herr Greiner, wo sehen Sie sich in ein, zwei, fĂŒnf Jahren?“ Ich skizzierte damals in mein Notizbuch Kritzeleien (meine ZeichenfĂ€higkeiten sind nĂ€mlich nicht besonders gut ausgeprĂ€gt) von romantischen Dates, großen Feierlichkeiten, gemeinsamem Kinderwagenschieben. Gekommen ist alles anders. Ausstieg aus der Unternehmensberatung, durch die Welt reisen, Umschulung zum Barista, Sonnenbaden auf der Donauinsel, Jobwechsel in die Kaffeewelt, tödliche Krankheit, Krebsblogger, Buchautor.

Nicht, dass ihr glaubt, es gÀbe einen direkten Zusammenhang, eine Wenn-dann-Kette. Weil ich nicht so und so, deshalb volle Kanne, Krebs. Nein. Einigen Zellen in meinem Hoden war es vielleicht in die Wiege gelegt, zu entarten. Und obwohl meine psychische Gesundheit im Sommer 2015 hervorragend war (okay, eine klitzekleine Krise hatte ich sehr wohl, aber ich hatte unzÀhlige schwerwiegendere davor), bildete sich halt diese Wucherung in den Keimzellen. Gut auch irgendwie, dass ich damals keine Kinder gezeugt hab.

Der lange Weg ist der bessere

Aber in der RĂŒckschau hĂ€tte ich vor fĂŒnf Jahren niemals zu fantasieren gewagt, wo ich heute stehe. So ist das nĂ€mlich mit der Zukunft. Da rettet dich kein Plan. Es zĂ€hlt nur, dass du einen Schritt vor den anderen setzt. Und mit der Zeit ĂŒberschreitest du Gebirge, die du vorher, auf der Ebene, oder in dem Tal, in dem du dich befandest, nicht gesehen hast, von denen du vorher gar nicht wusstest, dass es sie ĂŒberhaupt gibt. Versteht mich nicht falsch, natĂŒrlich sind PlĂ€ne gut, Ziele, aber die sind genauso verĂ€nderlich wie alles im Leben.

Und mal salopp gesprochen: So eine Krankheit haut dir halt eine Watschen rein, he, steh auf, du kannst nicht ewig in deinem Sumpf bleiben, dort wirst du steckenbleiben und krepieren. Dort retten dich die Filme und Essen und BĂŒcher und Urlaube auch nicht. Mach was draus. Egal was.

Return on invest unbezifferbar

Einmal LebensverlĂ€ngerung im Gegenwert einer Fahrkarte von Wien nach Graz mit Sitzplatzreservierung inklusive Straßenbahnkarte in der Murmetropole? Ja, bitte gerne. Hab im Grunde gute Erfahrungen damit gemacht.

Dieser Beitrag wurde zuerst auf InfluCancer.com veröffentlicht.

In Neuseeland 2014 am Berg, mit Blick auf den Mount Cook
Eine dieser Rechnungen ĂŒber 46,96 Euro aus dem Sommer 2015

„Darf ich mich hier aufwĂ€rmen?“, fragt das kleine MĂ€dchen und setzt sich auf meine Decke. Komisch, denk ich mir, unĂŒblich, sich einfach so zu einem Fremden zu setzen, aber sie ist halt noch nicht so, wie wir erwachsenen Menschen. „Ich heiße Elvira, ich bin vier“, sagt sie, und hĂ€lt mir die ausgestreckten Finger entgegen.

Wir plaudern ein bisschen, ich verhalte mich freundlich, aber zurĂŒckhaltend. Ihr Vater und ihr Bruder montieren eine HĂ€ngematte zwischen den BĂ€umen. „Was liest du?“, fragt sie. Jochen Peichl, Innere Kritiker, Verfolger und Zerstörer, heißt das Buch. „Eine sehr komplizierte Geschichte“, antworte ich. Die Wellen der Donau spritzen auf meine FĂŒĂŸe. „Darf ich sehen?“, fragt Elvira. Ich reiche ihr das Buch, sie liest mir eine fantasierte Geschichte daraus vor, blĂ€ttert zu den wie von Kinderhand gezeichneten Illustrationen innerer DĂ€monen, kommentiert „der hat aber einen dicken Bauch“ und erzĂ€hlt weiter. „Wenn der Mann das Buch wieder haben will“, sagt ihr Vater, „dann musst du es ihm geben.“ Sie legt es auf die Decke zwischen uns. „Da drinnen“, sagt sie und legt ihre kleine Hand auf die Brust, „schlĂ€gt mein Herz. Und wenn es aufhört, ist man tot.“ Ich ĂŒberlege, ob ich trĂ€ume, ob sie das jetzt wirklich gesagt hat. „Das Herz schlĂ€gt normalerweise sehr lang, ununterbrochen“, sage ich. „Nur bei manchen Menschen, da hört es ein bisschen frĂŒher auf.“ Ich schaue in den Himmel. „Die sind dann da oben“, sagt sie. „Ja, manche sind dann im Himmel“, sage ich. Wir plaudern weiter, aber meine Aufmerksamkeit ist beim GesprĂ€ch ĂŒber den Tod. Sie legt sich ganz knapp an mich, hat keine BerĂŒhrungsĂ€ngste, das ist mir unangenehm.

Sie geht zu ihrem Vater, spielt mit dem Bruder, kommt spĂ€ter wieder, beugt ihren Kopf ĂŒber meinen. „Ich kann mich sehen.“ „Die Spiegelung in meiner Sonnenbrille.“ „Wir gehen jetzt“, ruft ihr Vater. „TschĂŒss!“, sagt sie und winkt.

Unentwegt rollen die Wellen des Stroms den Kies hoch. Es ist ein ewiges Kommen und Gehen. Kennenlernen und Abschiednehmen. AufwĂ€rmen, abkĂŒhlen, aufwĂ€rmen.

Wahre Begebenheit. Zuerst veröffentlicht am 8. Juni 2020 auf Instagram und Facebook.

Warum ist immer wieder aufstehen so wichtig, auch wenn wir noch so oft auf die Nase fallen? Mit dem Psychoonkologen Alf von Kries habe ich ĂŒber MĂ€nnlichkeit, Kontrollverlust, Fremdbestimmung und Scheitern gesprochen, sowie welche BewĂ€ltigungsstrategien sich auf dem Weg zur Selbstwirksamkeit anbieten – jetzt online im Kurvenkratzer-Call „Ein Fenster in die Psychoonkologie“ von InfluCancer auf Facebook und YouTube! 🙌

Heute vor einem Jahr habe ich den Buchvertrag zu „Als ich dem Tod in die Eier trat“ beim Verlag Kremayr & Scheriau unterschrieben, und um das zu feiern, verlose ich in den nĂ€chsten zwei Wochen jeweils ein Buch mit Widmung! (Nein, kein Aprilscherz.) 😉

Das Gewinnspiel lÀuft von heute bis 14.4. auf Facebook, Instagram und Twitter, und so kannst du gewinnen:

  1. Like einen der GewinnspielbeitrÀge auf den oben genannten Plattformen.
  2. Kommentiere kurz, wie du in einer schwierigen Situation Mut geschöpft hast und/oder erstelle einen eigenen Beitrag dazu und verlinke mich (@fdq auf Twitter, @schreibgreiner auf Instagram) oder das Buch (Als ich dem Tod in die Eier trat auf Facebook / @AlsichdemTod auf Twitter) bzw. verwende den Hashtag #AlsichdemTodindieEiertrat.

Es gibt eine Zwischenauslosung. In der ersten Woche (1.4. bis 7.4.) gewinnst du selbst ein Buch und in der zweiten Woche (8.4. bis 14.4.) gewinnst du ein Buch fĂŒr einen lieben Menschen, den du damit beschenken möchtest. đŸ„°

Die Gewinner werden am 8.4. und 15.4. bekannt gegeben (Social Media inkl. Verlinkung, damit ihr eine Benachrichtigung bekommt) und haben 24 Stunden Zeit, mir ĂŒber eine private Direktnachricht ihre Adresse zu senden, die ich nur fĂŒr diesen Zweck verwenden und danach sofort löschen werde. FĂŒr alle Gefinkelten: Ja, wenn ihr auf mehreren Plattformen einen Beitrag veröffentlicht, steigt eure Gewinnchance! Und wenn ihr zusĂ€tzlich auch noch meinen Newsletter abonniert, lege ich noch ein weiteres Los mit eurem Namen in den Topf.

Ich freue mich schon sehr auf eure BeitrÀge. Denn nicht nur in Zeiten wie diesen gilt: Zapfen wir alle unsere inneren Mutquellen an!

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Auf einem Gipfel, Niederösterreich 2019.

Jedes Mal, wenn ich das E-Mail vom Labor im Posteingang sehe, bleibe ich stehen und es sticht mir im Magen. Es fĂŒhlt sich an, als hörte das Herz auf zu schlagen, fĂŒr genau jene Zeit, in der ich die Nachricht öffne, auf den Anhang klicke, den Code zum Anzeigen des Dokuments eingebe und dann ĂŒber die Zeilen mit meinen Blutwerten husche. Wo ist ein Sternchen? Welcher Wert ist ein Ausreißer? Sind die Tumormarker innerhalb des Normbereichs? FĂŒr wenige Sekunden befinde ich mich zwischen der Zeit, am brĂŒchigen Grat ganz oben am Berg, an der Grenze von Gesundsein und Kranksein. Genau dort, wo der Fall weit wĂ€re, tief hinunter ginge ins Tal, ein Sturz, der leider nur selten ĂŒberlebt wird. GlĂŒcklicherweise gibt es Hilfe, aber eben nicht fĂŒr jeden Menschen. Deshalb ist die Angst allgegenwĂ€rtig. Werde ich wieder fallen? Wenn ich lese, dass alles in Ordnung ist, schlĂ€gt mein Herz weiter und ich löse mich aus der Erstarrung.

Dank als Ressource

Heute, am Weltkrebstag, bin ich dankbar, dass ich 2017 ein wunderbares Team von Ärzt_innen, Psychoonkolog_innen, Krankenpfleger_innen und Physiotherapeut_innen gefunden habe, und dass mich Familie und Freund_innen vorbehaltlos bei der Genesung von meiner Krebserkrankung unterstĂŒtzt haben und es weiterhin tun. Das ist eine unschĂ€tzbare Ressource, und auch wenn meine Onkologin mir bei jeder Nachsorgebesprechung sagt, ich solle es endlich glauben, dass mein Krebs geheilt ist, hat sich dieses mulmige GefĂŒhl dennoch festgefressen: Die Erinnerung an jenen Tag, als der Blutbefund voller fettgedruckter Zeilen war und mit Sternchen markierte Ausreißer mir wie FĂ€uste ins Gesicht schlugen.

Heute, fast zweieinhalb Jahre nach dem RĂŒckfall der Erkrankung, ist diese Angst noch immer in meinen Eingeweiden. In den Momenten der Konfrontation, beim Besuch der psychotherapeutischen GesprĂ€chsgruppe, bei der Blutabnahme alle drei Monate, beim Erhalt der E-Mail aus dem Labor, auf der Untersuchungsliege des Kernspintomografen, beim Besuch im Spital zur Nachsorge, beim Plaudern mit meinem frĂŒheren Pflegepersonal auf der Station, im GesprĂ€ch mit meiner Ärztin, stehe ich kurz vor der abermaligen LĂ€hmung, in die mich der Schrecken damals versetzt hat.

Nie hĂ€tte ich mir gedacht, dass eine Angst derart tief sitzen kann und ich freue mich schon auf den Tag, an dem sie nicht mehr hochkommt, an dem sie fĂŒr immer verschwunden ist, nie zurĂŒckkehrt. Zugleich weiß ich, dass dieser Tag niemals kommen wird, denn diese Angst ist der ZĂŒndfunke des Motors, der mich am Leben hĂ€lt, meines Antriebs, warum ich gesund lebe. Sie ist der Grund, warum ich gut fĂŒr meinen Körper sorge. Ihretwegen liebe ich das Leben und kĂŒmmere ich mich um das, was mir guttut. Alles andere rĂŒckt in den Hintergrund, genauso wie die Erstarrung des RĂŒckfalls alles andere ĂŒberschattet. Die Angst lehrt mich das richtige Leben.

Vom Vorher ins Nachher

Heute ist Weltkrebstag. Ich habe mich auf der Festplatte meines Computers durch Fotos von „frĂŒher“ geklickt und bin in eine Zeit vor der Krebserkrankung gereist, in ein gĂ€nzlich anderes Leben. Dort hatte ich laufend mit „Problemen“ zu tun, sowohl beruflich als auch privat. Sie beherrschten mein Leben. Problemlösen war mein tĂ€glich Brot. Ich regte mich oft maßlos auf, mokierte mich ĂŒber, aus heutiger Sicht betrachtet, Belanglosigkeiten. Und was ich erst recht spĂ€t merkte: Das Problemdenken zehrte an meiner Kraft.

Heute, in meinem Leben „danach“, erscheinen die damaligen Widrigkeiten wie Steinchen im Schuh, die im Handumdrehen verschwinden, wenn ich den Schuh ausschĂŒttele, wieder anziehe, und weitergehe. Wissend, dass ich die eingebrannte Angst nicht ĂŒberkommen kann, ist es genau das, was sie immer wieder verfliegen lĂ€sst: nicht stehen zu bleiben.

Dieser Beitrag wurde zuerst auf dem Krebserfahrungsportal Kurvenkratzer InfluCancer.com veröffentlicht.

Ich dachte, mir wĂŒrde nichts und niemand etwas anhaben können.
Ich verhielt mich, als hĂ€tte ich ewig Zeit fĂŒr alles.
Ich lebte, als wÀre ich unsterblich.

Als ich die Diagnose erhielt, dass ich zum zweiten Mal Krebs habe, dass die Erkrankung nur geschlummert hatte, stĂŒrzte das Kartenhaus, das mir zuvor noch ach so stabil erschien, lautlos ein.

SpĂ€ter, nach einer langen Phase des Schocks, begann ich damit, Karte fĂŒr Karte vom Boden aufzuheben. Ich ĂŒberlegte bei jeder einzelnen, ob ich sie noch brauchen konnte, fĂŒr den Rest meines Lebens, oder bisher falsch auf sie gesetzt hatte. Und ich baute es wieder auf.

Heute sieht das Kartenhaus anders aus als frĂŒher. Es hat eine breitere Basis und ist nicht so hoch wie einst, aber um ehrlich zu sein: Ich habe keine Ahnung, ob es standhafter ist.

Das wissen wir nie, und diese Ungewissheit liebe ich am Leben.

In den vergangenen fĂŒnf Monaten, seitdem mein Buch erschienen ist, wurde ich oft gefragt, warum ich es geschrieben habe, und in erster Linie gebe ich zu, dass ich es fĂŒr mich getan habe: um mit der Krebsdiagnose und der schlagartigen VerĂ€nderung meiner LebensumstĂ€nde fertig zu werden.

Die InitialzĂŒndung, es zu veröffentlichen, kam aber durch die Leser_innen meines Krebsblogs. Von unbekannten Menschen erhielt ich ĂŒber das Internet Zusendungen, dass das, was ich schreibe, ihnen Mut mache. Und genau deswegen gibt es seit August das Buch.

Damit die Hoffnung zurĂŒckkehrt und ein PflĂ€nzchen der Gelassenheit sprießt.

Einladung

Ich lade herzlich zu meinen VortrÀgen mit Lesung am 5. MÀrz in St. Pölten und am 6. MÀrz in Gresten im Mostviertel ein.

Die Diagnose Hodenkrebs trifft Alexander Greiner unvermittelt und stellt sein Leben auf den Kopf. Doch es ist nicht allein die Genesung, die eine große Herausforderung ist. Nach und nach stellt er sein gesamtes Leben auf den PrĂŒfstand. Beruf, Privatleben, Familie, Freundeskreis: Was zĂ€hlt wirklich? Wer will ich sein? Was brauche ich fĂŒr ein gelungenes Leben?

Alexander Greiner erzĂ€hlt mit unerschĂŒtterlichem Optimismus und einnehmender Offenheit von Angst und Zuversicht, von VerdrĂ€ngung und Akzeptanz, vom Loslassen alter Gewohnheiten und einem hoffnungsvollen Neubeginn.

Foto: Robert Faustmann

Nach den VortrÀgen wird es Publikumsdiskussionen geben, mit der Möglichkeit, Fragen zu stellen.

5. MĂ€rz 2020, 19:00 bis 20:30
Bildungshaus St. Hippolyt
Eybnerstraße 5
3100 St. Pölten
Eintritt: 10,00 Euro Kursbeitrag
Mitveranstalter: Forum NÖ Burschen- und MĂ€nnerberater
Anmeldung: bis Montag 24.02.2020 beim Veranstalter
Im Rahmen der hiphaus-Veranstaltungsreihe „InnenWELT“.
Details auf Facebook

6. MĂ€rz 2020, 19:00 bis 20:30
Gasthaus Kummer „zum grĂŒnen Baum-Tiffany“
Badgasse 4
3264 Gresten
Eintritt: freiwillige Spende zugunsten der Kinderkrebshilfe.
Veranstaltet im Rahmen der „Gesunden Gemeinde“.
Details auf Facebook

Ich freue mich, wenn wir uns sehen! Bringt gerne interessierte Menschen mit und teilt die Einladung.

Liebe GrĂŒĂŸe,
Alexander

PS: Am 27.2. könnt ihr mich in ORF Radio Niederösterreich hören, ab 11:00 in der Sendung „Promitime“. Und im MĂ€rz werde ich in der ORF-Sendung „kreuz und quer“ zu sehen sein. Stay tuned! 😊

Danke an Sarah Tesch vom RadioOP 98,8 Open Radio Oberpullendorf fĂŒr die schönen BeitrĂ€ge und das interessante Interview.

Von einem zeitgemĂ€ĂŸen MĂ€nnerbild sind wir noch meilenweit entfernt

Der Mann muss stark sein, ErnĂ€hrer der Familie, Stammhalter. Er muss jemand sein, der bleibende Werte schafft, die ĂŒber unzĂ€hlige Generationen weitergereicht werden mĂŒssen. Anpacken muss er können, muss potent sein, muss seine Herrschernatur herausstreichen können, muss zeigen, dass ihm gottgegeben alles andere untertan ist. Der Mann muss ganz schön viel, aber muss er all diesen Erwartungen wirklich gerecht werden?

Der Mann von heute könnte beispielsweise den wichtigsten Muskel des Menschen, das Gehirn, einschalten und sich althergebrachten, kulturell und traditionell in die Gesellschaft eingebrannten Normbildern nicht mehr anbiedern. Es ist allseits bekannt, dass es darum geht, ein selbstbestimmtes Leben zu fĂŒhren. Gestalten wir dieses doch bitte im wohlwollenden Einklang mit Mitmenschen, ohne MachtverhĂ€ltnisse aufzubauen oder unhinterfragt auszunutzen.

WĂ€re es nicht sinnvoller, des Mannes Köpfchen fĂŒr facettenreichere Betrachtungen zu verwenden, als darĂŒber zu grĂŒbeln, welche Bohrmaschine als NĂ€chste aus dem Baumarkt in der eigenen Werkstatt verstaubt, welche erdölmotorisierte Karosse als NĂ€chste die Hauseinfahrt verstellt und welches Konkurrenzunternehmen als NĂ€chstes ohne RĂŒcksicht auf die BeschĂ€ftigten aus dem Markt verdrĂ€ngt wird? Uns wurde vorgelebt, dass es in der Denke des Mannes ausschließlich darum geht, immer mehr zu haben und stets besser zu sein, als andere. In einer begrenzten Welt ist es aber nicht möglich, grenzenlos zu wachsen. Abgesehen davon sind wir nicht besser als andere, denn wir sind alle einfach nur Wesen der Spezies Mensch, und wir haben bereits das beste, das zum Überleben notwendig ist: einen Körper.

Was wirklich zÀhlt

Ginge es nach mir, muss der Mann von heute vor allem eines tun: Er muss sich um seinen Körper kĂŒmmern, denn das ist der einzige Grund, warum er ĂŒberhaupt lebt. 

Oh, es gibt noch eine zweite Sache, die er tun muss. Er muss sich bewusst sein, an jedem Tag und zu jeder Stunde, egal, in welchem Vorstandsmeeting er gerade spricht oder aus dem Fenster blickt und in Erinnerungen an den jĂŒngsten AffĂ€rensex schwelgt, egal, auf welchem GerĂŒst der beliebigsten Gewerbebaustelle er herumklettert, dass allein mit der Tatsache, dass er einen Körper sein Eigen nennt, er diesen am Ende verlieren wird. Wie das Amen im Gebet. Das Leben ist tödlich, zumindest jenes in unserer aktuellen, materiellen Erscheinung. Alles andere ist nicht ĂŒberliefert. 

Der Mann muss zart sein

Ich plĂ€diere fĂŒr ein zarteres MĂ€nnerbild, eines, in dem er nicht immer stark sein sollte, in dem er nicht immer der Beste und LeistungsfĂ€higste sein sollte, in dem er auch in sich gekehrte Momente zeigen darf, in dem die einzigen tolerierten Emotionen nicht nur Ärger, Wut und Zorn sind, in dem GefĂŒhle der Angst und Sorge Platz haben dĂŒrfen. Ich wĂŒnsche mir ein weiches MĂ€nnerbild, in dem jedes mĂ€nnliche Individuum sein persönliches Leben und Erleben frei von Schablonen reflektiert betrachten kann, ohne als gefĂŒhlsduselig oder „weiblich“ hingestellt zu werden. Das brĂ€chte uns, letztlich jedem einzelnen Mensch, eine facettenreichere Darstellung des Manns.

Wer glaubt, dass das von SchwÀche zeugt, den muss ich enttÀuschen. BeschÀftigung mit den ureigenen DÀmonen ist nachhaltiger als jedes Wegsperren, Verleugnen und Ignorieren. Und die eigene Persönlichkeit gewinnt dadurch an Tiefe.

MĂ€nner dieser Welt, löst euch von den Rollenbildern, die auf euch projiziert werden. Hinterfragt, welche Beziehungen und Emotionen PrioritĂ€t haben und ĂŒberlebensnotwendig sind. Auf welche Dinge könnt ihr verzichten, um ein leichteres Leben zu erlangen? Was wird letztlich zĂ€hlen, wenn ihr im Totenbett liegt? Und bitte ĂŒberlegt, wie ihr euren Körper gesund und fit halten wollt, denn es ist der Einzige, den ihr habt.

Einen inspirativen Internationalen MĂ€nnertag, đŸ€“đŸ™đŸ‘Š
Alexander Greiner

Im Jahr 2015 zĂ€hlte die Statistik Austria knapp 40.000 Neuerkrankungen an Krebs, wobei MĂ€nner mit 21.000 hĂ€ufiger betroffen waren, als Frauen. Das liegt unter anderem daran, dass MĂ€nner seltener Vorsorgeuntersuchungen wahrnehmen und Krankheit nicht zum gesellschaftlichen Bild passt. Die frĂŒhe Erkennung einer Krebserkrankung kann die Prognose wesentlich beeinflussen und fĂŒr die Chance einer Heilung entscheidend sein.

Mit meiner Krebserkrankung habe ich am eigenen Leib erfahren, wie schmal der Grat zwischen Gesundsein und Kranksein ist. Weil ich davor gelebt habe, als wÀre ich unsterblich, ist es mir heute am WeltmÀnnertag ein besonderes Anliegen, an die MÀnnergesundheit zu erinnern.

Etwa 39.000 Österreicher_innen erkranken jedes Jahr an Krebs und knapp ĂŒber 330.000 Menschen lebten Ende 2014 mit einer Krebserkrankung. Die Überlebensrate ist seit 1994 von 48 auf 61 Prozent gestiegen, was einerseits wirksameren Behandlungsmethoden zu verdanken ist, andererseits aber auch an der frĂŒheren Erkennung bösartiger Krebserkrankungen liegt. (Quelle: Statistik Austria, ĂŒber derStandard.at)

Ich wage zu behaupten, dass Frauen gewohnt sind, auf VerĂ€nderungen in ihrem Körper zu achten und sich regelmĂ€ĂŸig die Brust abtasten. Genauso sind auch MĂ€nner gefragt, sich entsprechend um ihren Körper und um die persönliche Krebsvorsorge zu kĂŒmmern. Das heißt, dass sich jeder Mann ab dem 20. Lebensjahr ein Mal im Monat die Hoden abtasten und ab 45 die Prostatavorsorge ernst nehmen sollte.

Ich beim The Distinguished Gentleman’s Ride Vienna 2019 mit dem GrĂŒnder Alexander Kurys. Foto: Georg Aufreiter/motographer.at

WĂ€re meine Krebserkrankung anders verlaufen, wenn ich sie frĂŒher erkannt hĂ€tte? Das weiß niemand, aber möglich ist es. Deshalb engagiere ich mich bei der Initiative Loose Tie der Österreichischen Krebshilfe und Veranstaltungen wie dem kĂŒrzlich abgehaltenen The Distinguished Gentleman’s Ride.

Im November, dem Fokusmonat fĂŒr MĂ€nnergesundheit, könnt ihr mich ĂŒbrigens am 20.11.2019 im Haus St. Stephan, im burgenlĂ€ndischen Oberpullendorf, und am 27.11.2019 in der Buchhandlung OrtnerBĂŒcher im achten Wiener Gemeindebezirk treffen. Jeweils um 19:00 erzĂ€hle ich, was mir dabei geholfen hat, mit meiner Krebserkrankung umzugehen, und anschließend ist noch Zeit, um euch bei einer kleinen Plauderei ein signiertes Buch abzuholen.

Also, MĂ€nner, bedenkt: SprĂŒche wie »Ein Indianer kennt keinen Schmerz« und »Sei kein Weichei, du bist ein Mann!« sind ĂŒberholt, weil es kein SchwĂ€cheeingestĂ€ndnis ist, als Mann ĂŒber die eigene Gesundheit und die damit verbundenen GefĂŒhle zu sprechen.

Achtet auf euch und bis bald!