Infos für Angehörige von Krebserkrankten

Nicht nur für erkrankte Menschen ist die Krebsdiagnose eine Katastrophe. Angehörige und Zugehörige in der Familie sind co-betroffen, genauso wie der Freundeskreis und Arbeitskolleg:innen. Da braucht es von allen unterschiedlich viel Fingerspitzengefühl.

Gut gemeinte Hilfsangebote oder Ratschläge können schnell nach hinten gehen, wenn Krebserkrankte damit überfordert oder überfahren werden. Ängste und Sorgen sollen benannt, dabei jedoch nicht den Betroffenen die Hoffnung genommen werden. Das Umfeld leidet mit. Was sagen? Was verschweigen? Was besser verkneifen? Es ist schwierig.

Allgemein gilt: Es gibt (leider) kein Rezept, wie mit Krebs umzugehen ist. So individuell wie die Menschen sind, ist auch deren Krebserkrankung individuell, gleich wie die individuell gewählte Bewältigungsstrategie.

Wie helfe ich krebskranken Menschen?

1. Basisinfos für an Krebs erkrankte Menschen

Eine Liste mit sieben Möglichkeiten zum Bewältigen des ersten Schocks nach der Diagnose. Auch für Angehörige, Zugehörige und Freundeskreis relevant.

2. Information is gold.

Was genau ist die Diagnose? Ist sie überhaupt gesichert? Welche Therapiemöglichkeiten gibt es? Wer kann akut helfen? Wie recherchiere ich richtig im Internet? Und was ist der Unterschied zwischen Komplementärmedizin, Alternativmedizin und wissenschaftlich basierter „Schulmedizin“?

Krebserkrankte haben etliche Vorteile, wenn sie sich zu „mündigen Patient:innen“ entwickeln, manche wollen das aber nicht. Das Umfeld sollte sich jedenfalls auch über die Krebserkrankung informieren, damit das Gespräch mit krebskranken Menschen gelingt.

3. Was sage ich? Was nicht? Und vor allem: Wie sage ich es?

Dazu gehört auf jeden Fall, ein offenes und ehrliches Gespräch anzustreben und keinen Druck auszuüben. Killerphrasen wie „Du musst stark sein!“, „Du musst positiv denken!“ und „Du musst kämpfen!“ bitte gleich aus dem Hirn streichen.

Stehe zur Verfügung, am besten mit konkreten Hilfsangeboten. Kinder sind vollwertige Menschen – auch sie müssen (dem Alter entsprechend) in die Situation eingeweiht werden. Dabei gibt’s einige Do’s and Don’ts zu beachten. Vielleicht hilfst du dir mit Kinderbüchern, um Kindern Krebs zu erklären.

4. Die „richtige“ Krebstherapie

Mittlerweile gibt es sehr viel mehr Therapiemöglichkeiten als nur Operation, Bestrahlung und Chemotherapie. Unter Umständen kann es sinnvoll sein, an einer Studie teilzunehmen. Von alternativen Heilsangeboten werden Patient:innen manchmal nur abgezockt. Bitte erwäge nur ausreichend evidenzbasierte Therapien.

5. Krebs ist eine multifaktorielle Belastung

Die physische und psychische (vielfach auch existenzielle) Belastung der Krebserkrankung führt oft zu Fatigue, einer andauernden Erschöpfung und Müdigkeit.

6. Hilfe holen

Liste mit den wichtigsten Anlaufstellen und Notrufnummern bei Krebs. Weitere Infoartikel und Checklisten gibt’s beim Kurvenkratzer-Magazin in den Kurvenkratzer-Checklisten. (Einige davon sind von mir geschrieben.)