Mein Buch wird ein Jahr alt! Ich freu mich so!!! 😁 Deshalb will ich etwas zurückgeben und spende von allen Buchverkäufen im August mein Autorenhonorar an die Kinder-Krebs-Hilfe.

Das geht folgendermaßen:

  1. Kaufe im August (1.8. bis 30.8.2020) ein Exemplar von Als ich dem Tod in die Eier trat oder gleich mehrere zum Verschenken! 😉 
  2. Hebe die Rechnung oder den Kassenbon gut auf und sende mir ein Foto als Facebook-, Instagram– oder Twitter-Beitrag.
  3. Wenn du Social Media nicht nutzt, schicke mir das Foto einfach als E-Mail an buch (at) alexandergreiner (dot) com.
  4. Wichtig: Ort und Name der Buchhandlung, Kaufdatum, Buchtitel und Anzahl der gekauften Exemplare müssen auf dem Foto erkennbar sein.
  5. Sag es weiter! 😊 

Für jedes bei mir gemeldete Buch spende ich die entsprechenden Tantiemen an die Österreichische Kinder-Krebs-Hilfe – und verdopple die Spende für alle Bücher, die am 21.8., dem Erscheinungsdatum gekauft werden.

Ich wünsche euch einen wundervollen restlichen Sommer und freue mich schon auf zahlreich zugesendete Kassenbons! 😉 

Liebe Grüße,
Alexander

PS: Bitte bleibt gesund und passt auf euch auf!

Zwei frisch gedruckte Bücher mit Hardcover oder ein überformatiger Bildband über die norwegische Schroffküste, eine Nächtigung im Doppelzimmer am Neusiedler See (die zweite Person nicht eingerechnet), eine Tasche voll Gemüse und Käse vom Bioladen ums Eck, ein fancy-schmancy (aber nicht zu exklusives) Abendessen oder zwei Business Lunches in der Innenstadt, sechs DVDs aktueller Filme oder neun Streams vom VOD-Club, oder eine Hodenentfernung, alles für jeweils 46,96 Euro erhältlich.

Die geht übrigens ähnlich schnell wie ein Einkauf dieser schönen Dinge. Also für mich jedenfalls. Damals, vor fünf Jahren. Genau heute ist es nämlich ein halbes Jahrzehnt her, dass mein rechter Hoden wegen einer „hypodensen Raumforderung“, also einem Tumor, Hodenkrebs, herausgeschnitten wurde. Sonntagabend größerer Hoden getastet, Montagfrüh zum Urologen, von dem die Zuweisung zum Ultraschall bekommen, von denen ins Spital geschickt und dort fast nicht mehr heimgelassen worden.

Skizziere dich in fünf Jahren

Monate zuvor fragte mein Psychotherapeut: „Herr Greiner, wo sehen Sie sich in ein, zwei, fünf Jahren?“ Ich skizzierte damals in mein Notizbuch Kritzeleien (meine Zeichenfähigkeiten sind nämlich nicht besonders gut ausgeprägt) von romantischen Dates, großen Feierlichkeiten, gemeinsamem Kinderwagenschieben. Gekommen ist alles anders. Ausstieg aus der Unternehmensberatung, durch die Welt reisen, Umschulung zum Barista, Sonnenbaden auf der Donauinsel, Jobwechsel in die Kaffeewelt, tödliche Krankheit, Krebsblogger, Buchautor.

Nicht, dass ihr glaubt, es gäbe einen direkten Zusammenhang, eine Wenn-dann-Kette. Weil ich nicht so und so, deshalb volle Kanne, Krebs. Nein. Einigen Zellen in meinem Hoden war es vielleicht in die Wiege gelegt, zu entarten. Und obwohl meine psychische Gesundheit im Sommer 2015 hervorragend war (okay, eine klitzekleine Krise hatte ich sehr wohl, aber ich hatte unzählige schwerwiegendere davor), bildete sich halt diese Wucherung in den Keimzellen. Gut auch irgendwie, dass ich damals keine Kinder gezeugt hab.

Der lange Weg ist der bessere

Aber in der Rückschau hätte ich vor fünf Jahren niemals zu fantasieren gewagt, wo ich heute stehe. So ist das nämlich mit der Zukunft. Da rettet dich kein Plan. Es zählt nur, dass du einen Schritt vor den anderen setzt. Und mit der Zeit überschreitest du Gebirge, die du vorher, auf der Ebene, oder in dem Tal, in dem du dich befandest, nicht gesehen hast, von denen du vorher gar nicht wusstest, dass es sie überhaupt gibt. Versteht mich nicht falsch, natürlich sind Pläne gut, Ziele, aber die sind genauso veränderlich wie alles im Leben.

Und mal salopp gesprochen: So eine Krankheit haut dir halt eine Watschen rein, he, steh auf, du kannst nicht ewig in deinem Sumpf bleiben, dort wirst du steckenbleiben und krepieren. Dort retten dich die Filme und Essen und Bücher und Urlaube auch nicht. Mach was draus. Egal was.

Return on invest unbezifferbar

Einmal Lebensverlängerung im Gegenwert einer Fahrkarte von Wien nach Graz mit Sitzplatzreservierung inklusive Straßenbahnkarte in der Murmetropole? Ja, bitte gerne. Hab im Grunde gute Erfahrungen damit gemacht.

Dieser Beitrag wurde zuerst auf InfluCancer.com veröffentlicht.

In Neuseeland 2014 am Berg, mit Blick auf den Mount Cook
Eine dieser Rechnungen über 46,96 Euro aus dem Sommer 2015

„Darf ich mich hier aufwärmen?“, fragt das kleine Mädchen und setzt sich auf meine Decke. Komisch, denk ich mir, unüblich, sich einfach so zu einem Fremden zu setzen, aber sie ist halt noch nicht so, wie wir erwachsenen Menschen. „Ich heiße Elvira, ich bin vier“, sagt sie, und hält mir die ausgestreckten Finger entgegen.

Wir plaudern ein bisschen, ich verhalte mich freundlich, aber zurückhaltend. Ihr Vater und ihr Bruder montieren eine Hängematte zwischen den Bäumen. „Was liest du?“, fragt sie. Jochen Peichl, Innere Kritiker, Verfolger und Zerstörer, heißt das Buch. „Eine sehr komplizierte Geschichte“, antworte ich. Die Wellen der Donau spritzen auf meine Füße. „Darf ich sehen?“, fragt Elvira. Ich reiche ihr das Buch, sie liest mir eine fantasierte Geschichte daraus vor, blättert zu den wie von Kinderhand gezeichneten Illustrationen innerer Dämonen, kommentiert „der hat aber einen dicken Bauch“ und erzählt weiter. „Wenn der Mann das Buch wieder haben will“, sagt ihr Vater, „dann musst du es ihm geben.“ Sie legt es auf die Decke zwischen uns. „Da drinnen“, sagt sie und legt ihre kleine Hand auf die Brust, „schlägt mein Herz. Und wenn es aufhört, ist man tot.“ Ich überlege, ob ich träume, ob sie das jetzt wirklich gesagt hat. „Das Herz schlägt normalerweise sehr lang, ununterbrochen“, sage ich. „Nur bei manchen Menschen, da hört es ein bisschen früher auf.“ Ich schaue in den Himmel. „Die sind dann da oben“, sagt sie. „Ja, manche sind dann im Himmel“, sage ich. Wir plaudern weiter, aber meine Aufmerksamkeit ist beim Gespräch über den Tod. Sie legt sich ganz knapp an mich, hat keine Berührungsängste, das ist mir unangenehm.

Sie geht zu ihrem Vater, spielt mit dem Bruder, kommt später wieder, beugt ihren Kopf über meinen. „Ich kann mich sehen.“ „Die Spiegelung in meiner Sonnenbrille.“ „Wir gehen jetzt“, ruft ihr Vater. „Tschüss!“, sagt sie und winkt.

Unentwegt rollen die Wellen des Stroms den Kies hoch. Es ist ein ewiges Kommen und Gehen. Kennenlernen und Abschiednehmen. Aufwärmen, abkühlen, aufwärmen.

Wahre Begebenheit. Zuerst veröffentlicht am 8. Juni 2020 auf Instagram und Facebook.

Warum ist immer wieder aufstehen so wichtig, auch wenn wir noch so oft auf die Nase fallen? Mit dem Psychoonkologen Alf von Kries habe ich über Männlichkeit, Kontrollverlust, Fremdbestimmung und Scheitern gesprochen, sowie welche Bewältigungsstrategien sich auf dem Weg zur Selbstwirksamkeit anbieten – jetzt online im Kurvenkratzer-Call „Ein Fenster in die Psychoonkologie“ von InfluCancer auf Facebook und YouTube! 🙌