Fällt es dir leicht, deinen Wünschen zu folgen?

Mein bester Freund war lange auf Großbaustellen unterwegs. Wenn ich bei einer seiner inoffiziellen Baustellenführungen dabei war, sah ich sein Strahlen, wenn er von komplizierten Bauprozessen und dem Überwinden unvorhergesehener Hindernisse sprach. Er war in seinem Element. Auch mich begeisterte er damit, wie aus einer schlichten Zeichnung Bauwerke wie ein Hauptbahnhof entstehen. 

Dann wechselte er Firma und Rolle. Aus dem Projektmanagment zur Projektplanung – vor der Ausführung. Er hatte nur noch wenige Wochen, mal zwei, mal weniger, mit einem Projekt zu tun. Bagger sah er nicht mehr, frischen Beton roch er nie. Oft sprach er darüber, dass die Arbeit langweilig ist. Warum er trotzdem dabei blieb, weiß ich nicht, aber es gibt sicher viele nachvollziehbare Gründe. 

Diesen Sommer konnte er nicht mehr arbeiten. Es kam zwar nicht vom einen auf den anderen Tag, aber doch irgendwie abrupt. Besuch bei der Arbeitspsychologin. Krankschreibung. Er fragte sich, was er eigentlich hier tut und warum es ihm keinen Spaß macht und was ihm eigentlich Spaß macht. 

Diese Woche hat er seine neue Stelle angetreten. In der gleichen Firma, jetzt wieder im ausführenden Bereich, auf der Baustelle. Ich hab heute Vormittag davon erfahren und ich freu mich so unglaublich. 

Wie er seine Entscheidung exakt begründet hat, weiß ich nicht, und eigentlich ist es egal. Worauf es ankommt ist, dass wir uns fragen, wie wir die Zeit unseres Lebens verbringen wollen. Und da die Arbeitszeit nun mal ein Drittel der wachen Lebenszeit ausmacht, wär es gut, einer Tätigkeit nachzugehen, die dich mit Freude erfüllt. 

Um diese Schritte zu setzen, erfordert es Mut. Diesen Mut wünsche ich euch. Genau das ist selbstbestimmtes Leben. 🔥

Guter Morgen

Ist es nur ein guter Morgen, wenn alles gut ist?

Was will das Leben von mir?, fragt ein Freund. Dieser Satz hat einen Fehler: die Perspektive. Richtig muss er heißen: Was will ich …

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Imaginastase

Ich sehe Krebszellen aus der Wunde treten. Alles voller kleiner Tumoren, wie nach der Explosion einer Splitterbombe. Lauter Mikrometastasen. Ich kann nicht mehr atmen …

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Ode an die Angst, die lebensrettend ist

Jedes Mal, wenn ich das E-Mail vom Labor im Posteingang sehe, bleibe ich stehen und es sticht mir im Magen. Es fühlt sich an, als hörte das Herz auf zu schlagen, für genau jene Zeit, in der ich die Nachricht öffne, auf den Anhang klicke, den Code zum Anzeigen des Dokuments eingebe und dann über die Zeilen mit meinen Blutwerten husche. Wo ist ein Sternchen? Welcher Wert ist ein Ausreißer? Sind die Tumormarker innerhalb des Normbereichs? Für wenige Sekunden befinde ich mich zwischen der Zeit, am brüchigen Grat ganz oben am Berg, an der Grenze von Gesundsein und Kranksein. Genau dort, wo der Fall weit wäre, tief hinunter ginge ins Tal, ein Sturz, der leider nur selten überlebt wird. Glücklicherweise gibt es Hilfe, aber eben nicht für jeden Menschen. Deshalb ist die Angst allgegenwärtig. Werde ich wieder fallen? Wenn ich lese, dass alles in Ordnung ist, schlägt mein Herz weiter und ich löse mich aus der Erstarrung.

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Auf einem Gipfel, Niederösterreich 2019.