Die Ungewissheit lieben lernen

Ich dachte, mir würde nichts und niemand etwas anhaben können.
Ich verhielt mich, als hätte ich ewig Zeit für alles.
Ich lebte, als wäre ich unsterblich.

Als ich die Diagnose erhielt, dass ich zum zweiten Mal Krebs habe, dass die Erkrankung nur geschlummert hatte, stürzte das Kartenhaus, das mir zuvor noch ach so stabil erschien, lautlos ein.

Später, nach einer langen Phase des Schocks, begann ich damit, Karte für Karte vom Boden aufzuheben. Ich überlegte bei jeder einzelnen, ob ich sie noch brauchen konnte, für den Rest meines Lebens, oder bisher falsch auf sie gesetzt hatte. Und ich baute es wieder auf.

Heute sieht das Kartenhaus anders aus als früher. Es hat eine breitere Basis und ist nicht so hoch wie einst, aber um ehrlich zu sein: Ich habe keine Ahnung, ob es standhafter ist.

Das wissen wir nie, und diese Ungewissheit liebe ich am Leben.

In den vergangenen fünf Monaten, seitdem mein Buch erschienen ist, wurde ich oft gefragt, warum ich es geschrieben habe, und in erster Linie gebe ich zu, dass ich es für mich getan habe: um mit der Krebsdiagnose und der schlagartigen Veränderung meiner Lebensumstände fertig zu werden.

Die Initialzündung, es zu veröffentlichen, kam aber durch die Leser_innen meines Krebsblogs. Von unbekannten Menschen erhielt ich über das Internet Zusendungen, dass das, was ich schreibe, ihnen Mut mache. Und genau deswegen gibt es seit August das Buch.

Damit die Hoffnung zurückkehrt und ein Pflänzchen der Gelassenheit sprießt.

Einladung

Ich lade herzlich zu meinen Vorträgen mit Lesung am 5. März in St. Pölten und am 6. März in Gresten im Mostviertel ein.

Die Diagnose Hodenkrebs trifft Alexander Greiner unvermittelt und stellt sein Leben auf den Kopf. Doch es ist nicht allein die Genesung, die eine große Herausforderung ist. Nach und nach stellt er sein gesamtes Leben auf den Prüfstand. Beruf, Privatleben, Familie, Freundeskreis: Was zählt wirklich? Wer will ich sein? Was brauche ich für ein gelungenes Leben?

Alexander Greiner erzählt mit unerschütterlichem Optimismus und einnehmender Offenheit von Angst und Zuversicht, von Verdrängung und Akzeptanz, vom Loslassen alter Gewohnheiten und einem hoffnungsvollen Neubeginn.

Foto: Robert Faustmann

Nach den Vorträgen wird es Publikumsdiskussionen geben, mit der Möglichkeit, Fragen zu stellen.

5. März 2020, 19:00 bis 20:30
Bildungshaus St. Hippolyt
Eybnerstraße 5
3100 St. Pölten
Eintritt: 10,00 Euro Kursbeitrag
Mitveranstalter: Forum NÖ Burschen- und Männerberater
Anmeldung: bis Montag 24.02.2020 beim Veranstalter
Im Rahmen der hiphaus-Veranstaltungsreihe „InnenWELT“.
Details auf Facebook

6. März 2020, 19:00 bis 20:30
Gasthaus Kummer „zum grünen Baum-Tiffany“
Badgasse 4
3264 Gresten
Eintritt: freiwillige Spende zugunsten der Kinderkrebshilfe.
Veranstaltet im Rahmen der „Gesunden Gemeinde“.
Details auf Facebook

Ich freue mich, wenn wir uns sehen! Bringt gerne interessierte Menschen mit und teilt die Einladung.

Liebe Grüße,
Alexander

PS: Am 27.2. könnt ihr mich in ORF Radio Niederösterreich hören, ab 11:00 in der Sendung „Promitime“. Und im März werde ich in der ORF-Sendung „kreuz und quer“ zu sehen sein. Stay tuned! 😊

2 Comments +

  1. Hallo Alexander, ich bin über den Artikel im Kurier vom 15.2.20 auf Dein Blog aufmerksam geworden. Sehr schöne Beiträge. Ich wünsche Dir alles Gute, wir bleiben über Facebook und Deinen Newsletter verbunden.

    Liebe Grüsse,
    Wolfgang

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

2 × fünf =

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.